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Die richtige Ukulele finden!

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UkeFinder ...

... die neue Art die beste Ukulele zu finden!



Themen:
  • Budget
  • Mensur
  • Laminat oder Massivholz
  • Holzarten
  • Klang
  • Setup
  • Stimmung High-4th und Low-4th
  • Mechaniken
  • Deko (Einlagen, Randeinfassungen etc.)
  • Saiten
  • Cut-away
  • Tonabnehmer
  • Herstellungsland
  • Preis

Budget

  • Ab knapp €150 gibt es gute Ukulelen mit Massivholzdecke (z. B. koki'o U-SMHLMH-S)
  • Bei Ukulelen unter €100,- mit Massivholzdecke wird oft an der Qualität von Saiten, Mechaniken (billige Direktwirbel) und Herstellungsqualität gespart
  • Also Vorsicht bei billig Massivholz-Ukulelen: Hauptsache Massivholz, aber nicht spielbar!

Mensur

Es gibt 5 gängige Ukulelen-Mensuren
  1. Sopranino ca. 28 cm, Stimmung d-g-h-e (eine Oktave über Bariton)
  2. Sopran ca. 35 cm, Stimmung g-c-e-a (oder a-d-f#-h)
  3. Concert ca. 38,5 cm, Stimmung g-c-e-a (a = 440 Hz)
  4. Tenor ca. 43 cm, Stimmung g-c-e-a (oder e-a-c#-f#)
  5. Bariton ca. 51,5 cm, Stimmung d-g-h-e (wie Gitarre)
  • Die Stimmungen werden teilweise auch nach dem offenen Akkord benannt, als anstatt g-c-e-a sagt man auch C-Stimmung oder genauer C6-Stimmung
  • Sopranino ist eher ein Exot und nicht für Anfänger geeignet
  • Bariton ist gestimmt, wie die ersten vier Saiten der Gitarre und klingt auch sehr „gitarrig“

Laminat oder Massivholz

  • Laminat (Sperrholz) besteht in der Regel aus drei Holzschichten, wobei die obere Schicht eine ca. 0,2 mm dicke optische Deko-Schicht ist. Der Klang des Laminates wird stark von den unteren Holzschichten beeinflusst, wobei die Qualität sehr unterschiedlich sein kann. Der Klang kommt hauptsächlich von der schwingenden Decke, während Zarge und Boden einen stabilen Rahmen bilden sollten (Sustain), deshalb ist klanglich hauptsächlich das Deckenmaterial zu berücksichtigen.
  • Massivholz (Vollholz) ist bei Tonhölzern deutlich teurer. Die Decken sind ca. 1,8 mm dick. Wesentlich für den Preis ist auch die Maserung bei geflammten, geriegelten Hölzern z. B. geflammtes Ahorn (flamed maple) oder curly koa. Die Qualität der Optik wird oft in den Qualitätsstufen A, AA, AAA, AAAA, AAAAA eingeteilt.
  • Achtung, wenn nicht ausdrücklich Massivholz oder Vollholz geschrieben wird, handelt es sich meistens um Laminate
Laminat (+)
  • Günstig (nur 0,2 mm anstatt 1,8 mm vom teuren Holz)
  • Stabil (durch verleimte Schichten)
Laminat (-)
  • Dumpfer Klang (durch Klebstoff und Holzschichten)
  • Klingt nicht nach dem Holz, nach dem es aussieht
  • Unbekannte Holzschichten unter der Deko-Schicht

Holzarten

  • Für Zarge und Boden wird grundsätzlich ein hartes Massivholz oder Laminat verwendet, um einen stabilen Rahmen zu bekommen, der wenig Schwingungen absorbiert = viel Sustain (Nachhall)
  • Für die Decke kann je nach gewünschtem Klang weiches oder härteres Massivholz oder Laminat verwendet werden

Hartes Holz (z. B. Mahagoni):
+ warm, voll
- dumpf
Besonders geeignet zur Gesangsbegleitung durch Akkordspiel

Weiches Holz:
+ brillant, durchsetzungsstark
- dünn
Besonders geeignet zum Solospiel und Zusammenspiel mit anderen Instrumenten

Viele Hölzer entwickeln Ihren Klang positiv über die Zeit, besonders weiche Hölzer (z. B. Fichte). Harte Hölzer entwickeln sich weniger (z. B. Mahagoni). Spröde Hölzer verändern sich kaum oder verschlechtern sich sogar (z. B. Zeder)
  • Mahagoni: warmer, voller Sound
  • Fichte: Brillanter, durchdringender Sound
  • Koa: Hawaiianisches, sehr teures Ursprungsholz der Ukulele mit einem sehr ausgeglichenen Klang. Koa ist Hawaii endemisch, d. h. wird eine Koa-Pflanze außerhalb Hawaiis gepflanzt, ist es kein Koa mehr. Koa muss auf dem Hawaiianischen Vulkanboden im Tropenklima wachsen
  • Akazie: Zunehmend verwendeter Ersatz für Koa, da Koa ebenfalls in die Familie der Akazien gehört. Akazien aus Südeuropa, den USA und anderen Regionen finden Verwendung
  • Neu verwendete exotische Hölzer werden meist nur als Laminate verbaut (Bocote, Padauk, Pacific Walnut, …)

Einfluss auf den Klang

- Laminat oder Massivholz
- Holzart
- Holzqualität
  • Alter und Trocknung
  • Die Tonholz-Qualität (von A bis AAAAA) hat KEINEN Einfluss auf den Klang, sondern nur auf die Optik!
- Korpusgröße und –form
- Finish
  • Hochglanzlack ist immer deutlich dicker als Mattlack und dämpft damit die Schwingungen der Decke. Darüber hinaus ist Hochglanzlack noch deutlich teurer
- Und sehr wesentlich die Konstruktion
  • Korpustiefe
  • Beleistung
  • Materialdicke
  • Brückenposition (beste Schwingungsübertragung, wenn die Brücke sich an der breitesten Stelle des Korpus befindet)
  • Brückengröße und Saitenbefestigung
  • Schalllochposition und -größe

Setup

  • Das größte Problem bei Ukulelen ist eine unsaubere Intonation aus folgenden Gründen:
  • Brückenposition (oft bei Billigukulelen) Sollte je nach Mensur um 2 – 3,5 mm weiter hinten sein, als die Hälfte der Mensur
  • Tiefe der Sattelschlitze (leicht zu beheben) ist oft nicht tief genug, um Schnarren zu vermeiden, führt aber zu Intonationsproblemen
  • Saiten Billigsaiten haben oft keine konstante Dicke und Dichte über die Länge
  • Saitenlage (meist zu beheben) ist oft zu hoch, um Schnarren zu vermeiden

Stimmung High-4th und Low-4th

  • High-4th (oder High-G) ist der Standard bei Ukulelen. Die um eine Oktave hoch gestimmte vierte Saite sorgt für ein „Cloth Voicing“ beim Akkordspiel, wie man es sonst nur bei Chören und Bläsersätzen kennt und wie man es mit einer Gitarre nicht erreichen kann. Die vier offenen Saiten liegen bei der g-c-e-a Stimmung alle in einer Oktave, welches den typischen Ukulelen-Klang ausmacht
  • Low-4th (oder Low-G) wird besonders beim Solospiel verwendet, da man nach unten fünf Töne mehr auf dem Griffbrett hat. Weiterhin ist es leichter zu improvisieren, wenn die Saiten nach oben immer tiefer werden z. B. beim Spiel von Pentatoniken. Low-4th erfordert einen speziellen Saitensatz und wird meist auf der Tenor-Ukulele verwendet. Da die Bariton-Ukulele wie eine Gitarre gestimmt ist, wird hier fast immer Low-4th verwendet

Mechaniken

  • Direktwirbel werden immer unbeliebter, obwohl sie die traditionellen Mechaniken sind, da sie sich schwer einstellen lassen und an der Schraube häufiger justiert werden müssen. Nur Direktmechaniken hoher Qualität sind zu beherrschen. Viele Ukulelen mit Direktwirbel aus Plastik und ohne Gleitlager lassen sich praktisch nicht stimmen.
  • Übersetzte Mechaniken sind mittlerweile der Standard. Auch hier gibt es große Qualitätsunterschiede, ähnlich wie bei Gitarrenmechaniken

Deko (Einlagen, Randeinfassungen etc.)

  • Die Verzierungen gehen von aufgeklebten Dekor-Rosetten bis hin zu aufwendigen Abalone-Einlagen (Abalone = Seeohr Seeschnecke). Da es sich hier teilweise um sehr aufwendige Handarbeit handelt, hat diese Deko einen hohen Einfluss auf den Preis, aber keinen Einfluss auf den Klang
  • Beispielsweise klingt eine „Honu Traditional“ ohne jegliche Verzierungen mit AA-Tonholz nicht schlechter als eine „Honu Deluxe“ aus AAAA+Tonholz mit Abalone-Einlagen

Saiten

  • Darmsaiten (meist aus Schafsdärmen) werden kaum noch verwendet, da sie aufwendig herzustellen und damit teuer sind. Sie sind sehr empfindlich gegen klimatische Veränderungen und halten nicht sehr lange. Vom Klang her sind Darmsaiten allerdings ganz weit vorn
  • Nylon findet immer weniger Verwendung, da die geringe Dichte von ca. 1,1 g/dm³ zu großen Durchmesserunterschieden der einzelnen Saiten führt und dies negativen Einfluss auf die Intonation hat, da die einzelnen Saiten meist nicht Längenkompensiert sind.
  • Nylgut Aquila-Nylgut Kunstdarm-Saiten sind die derzeit weltweit meist verwendeten Saiten, da sie mit einer Dichte von 1,3 g/dm³ eine bessere Intonation haben als Nylon und die Dichte den ursprünglichen Darmsaiten entspricht. Damit kommen sie dem ursprünglichen Spielgefühl am nächsten und klingen brillant
  • Fluorocarbon Mit einer Dichte von 1,7 g/dm³ haben sie die beste Intonation. Die Saiten sind allerdings auch sehr hart und dünn mit hoher Saitenspannung kommen sie einigen Spielern wie Eierschneider vor
  • Stahlsaiten werden auf den RISA elektrischen Ukulelen verwendet, die allerdings vom Aufbau kleinen E-Gitarren entsprechen. Für Akustik-Ukulelen gibt es z. B. von Pyramid „Low-Tension-Steel-Strings“. Normale Stahlsaiten haben eine viel zu hohe Spannung und zerstören langfristig die viel zu filigran gebauten Ukulelen und haben somit nichts auf Akustik-Ukulelen zu suchen. Wer nach einer stahlbesaiteten, akustischen Ukulele sucht, sollte sich nach dafür ausgelegten, verwandten Instrumenten erkundigen (z. B. Cavaquinho, Cuarto)

Cut-Away

  • Den Korpusausschnitt zum Greifen höherer Lagen gibt es fast nur bei Tenor-(und Bariton-) Ukulelen
  • Bei kleineren Größen macht er keinen Sinn, da zum Einen die engen Bünde in den hohen Lagen kaum noch spielbar sind und man zum Anderen leicht über den kleinen Korpus drüber greifen kann

Tonabnehmer

  • Passive Piezo-Tonabnehmer werden von den meisten Herstellern hochwertiger Ukulelen verwendet, da man diese von außen kaum bemerkt. Sie sind unempfindlich, günstig, brauchen keine Batterien
  • Aktive Piezo- oder Nanoflex-Tonabnehmer haben meist billig aussehende Plastikteile in der Zarge, deren einzig sinnvolle Einstellung Volumen und Ton „voll auf“ ist. Sie sind teuer, empfindlich und brauchen Batterien
  • Bei passiven Tonabnehmern sollte auf kurze Kabellängen geachtet werden (über DI-Box oder Effektgerät in die PA)
  • Grundsätzlich können wir bei jeder Ukulele Tonabnehmer nachrüsten
  • Instrumente ohne Stahlsaiten können nicht geerdet werden, was häufig zu einem Grundrauschen führt. Abhilfe durch Erdung über Klinkenbuchse oder Signal über Sender
  • Neben den Standard-Tonabnehmer-Systemen gibt es aufwendige Systeme, die es z. B. erlauben ein Piezo-Signal und ein Mikrofon-Signal zu mischen. Gibt es beispielsweise von AER oder Fishman. Preis liegt bei ca. €250 + Einbau. Der Einbau wird von uns nicht angeboten.

Herstellungsland

  • Hawaii Hier kommen die teuersten Ukulelen her, da hier hochwertige Instrumente mit viel Know-How bei hohen Stundenlöhnen gefertigt werden und man sich eine Ukulele aus dem Ursprungsland extra bezahlen lässt
  • USA und Europa Mit ähnlich hohen Stundenlöhnen sind diese Ukulelen ebenfalls sehr teuer. Man muss also immer mit weniger Ausstattung bei gleichem Preis rechnen, wenn man mit asiatischen Instrumenten vergleicht
  • China Mittlerweile Hauptherstellungsland der Ukulele mit zunehmender Qualität und weniger Qualitätsausreißern, aber auch mit zunehmenden Preis, da die Arbeitsverhältnisse sich für die Arbeiter in China schrittweise deutlich verbessern (Überstundenregelung, Wochenendzuschläge, Krankenversicherungsbeiträge, Sicherheitsvorschriften, höhere Löhne)
  • Java, Vietnam Hersteller suchen immer nach Alternativen bei hoher Qualität zu vernünftigen Preisen zu produzieren. Die Big Island Ukulelen werden beispielsweise in Vietnam hergestellt

Preis

Man meint oft, dass Ukulelen ähnlichen Preises auch ähnliche Qualität haben müssten. Einflussfaktoren auf den Preis:
  • Herstellerland
  • Hardware und Hölzer
  • Einlagen, Rosetten, Randeinfassungen
  • Finish matt oder glänzend
  • So kommen oft unspielbare Kombinationen auf den Markt z. B. alles vom Billigsten, aber aus Massivholz für z. B. < €70, da sich das gut vermarkten lässt!

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